Nicht nur ein Weihnachtsgruss
Mit dem zu Ende gehenden Jahr 2011 geht auch die äußerst erfolgreiche Ära der 7jährigen Prinzenraub Festspiele zu Ende. Der anfänglichen Skepsis gegenüber den Festspielen und die Unsicherheit ob des Erfolges und des Nutzens für die Stadt stehen nunmehr eine breite Akzeptanz und Anerkennung in der Öffentlichkeit und die Unterstützung der Wirtschaft gegenüber.
Wir möchten uns ausdrücklich für die jahrelange und ausdauernde Unterstützung bei unseren treuen Zuschauern, Mitspielern und Mitwirkenden sowie ihren Familien, bei unseren Sponsoren, Freunden und Unterstützern auf das herzlichste bedanken. Sie haben auch in Zeiten der Infragestellung der Festspiele uneingeschränkt uns Ihre Sympathie, Hilfe und Unterstützung zukommen lassen.
Das kommende „Barbarossa-Jahr 2012“ wird mit zahlreichen Projekten und Vorhaben den Fokus - sowohl für die Bürger der Region als auch für unsere künftigen Besucher – auf das Leben und Wirken Kaiser Friedrich I. Barbarossa lenken. Eine Figur, die über die Jahrhunderte immer streitbar und facettenreich war. Wir stellen uns mit der deutschlandweit erstmaligen dramatischen Aufarbeitung eine gewaltige Aufgabe und geben der Stadt und Region mit den Altenburger Barbarossa Festspielen ein ‚fast’ neues Alleinstellungsmerkmal, das es gilt zu nutzen und mit Leben zu erfüllen.
Das kürzlich mit hochrangig besetzten und europäisch aufgestellten Fachkollegen gegründete Kuratorium „Altenburger Barbarossa Festspiele“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stolte und Prof. Dr. Hans Ottomeyer (Präsident der Stiftung Deutsches historisches Museum, Berlin a.D.), stellte schon in seiner ersten Sitzung die unglaublich große Bedeutung der Festspiele mit seinem Protagonisten für unsere Stadt, die Region sowie für Deutschland heraus.
Auch diesbezüglich hoffen wir sehr, das Sie im kommenden Jahr und darüber hinaus den Festspielen Ihre Unterstützung gewähren und freuen uns auf eine angenehme Zusammenarbeit.
Wir wünschen Ihnen persönlich und Ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest, stimmungsvolle Feiertage und ein gutes Neues Jahr.
Herzlichst Ihr
Büro Altenburger Barbarossa Festspiele
Zum Finale Wasserspiele
Letzte Aufführung des Prinzenraubs drohen in Regen und Schlamm zu versinken
Altenburg. Regen und andere Wetterkapriolen wie Kälte und Wind hatten die diesjährigen Prinzenraub-Festspiele bekanntlich reichlich. Doch was der Wettergott zur finalen Vorstellung des Spektakels vorgestern parat hatte, sprengte alles bisher Dagewesene: Ein schwerer Gewitterguss, der pünktlich zu Beginn des Stückes einsetzte, zwang erstmals in der gesamten – und am Sonntag mit der 98. Vorstellung nach sieben Jahren vorerst endenden – Geschichte der Festspiele zur Unterbrechung des Stücks.
![]() |
Sie haben bis zum Schluss tapfer durchgehalten – die Darsteller und ein Großteil der Zuschauer. Fotos: Mario Jahn |
Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, als Regisseur Lutz Gotter angesichts es sintflutartigen Gusses mit schwerem Gewitter die Notbremse zog: „Wir unterbrechen für 20 Minuten. Dann geht‘s weiter, weil die Gewitterfront dann weggezogen sein soll“, teilte er per Lautsprecher mit. Die rund tausend Zuschauer, trotz der übergeworfenen Regencapes schon ordentlich durchnässt, fanden Asyl in der Schlosskirche und Hofküche. Auch das ein Novum der Festspiele.
Mitten im Gewusel tauchte kurze Zeit später der ebenfalls eingehüllte Oberbürgermeister auf. Aus der Not heraus schlüpfte das Stadtoberhaupt gleich in die Rolle des Informations- und Ordnungsdienstes: „Gegen 22 Uhr wird weitergespielt, garantiert“, verschaffte Michael Wolf sich lautstark Gehör und schleuste im Anschluss die Besucher mit zurück zur Tribüne.
Und die Stimmung unter den Besuchern zur Zwangspause? Die war, bis auf wenige Ausnahmen, sonnig und karikierte förmlich den halben Weltuntergang
draußen. Kurzerhand wurden mit den „Wilden Weybern“ Liedchen angestimmt und Witzchen übers Wetter gerissen – auch wenn sich die Unterbrechung schließlich auf runde 40 Minuten summierte.
Alle freilich konnten nicht ganz so locker mit diesen Witterungsunbilden und ihren Folgen umgehen. Einige gingen schon im Zuge der Unterbrechung nach Hause, gegen 23 Uhr folgte ein weiterer „Schwung“. Vor allem ältere Zuschauer
und Gäste mit Kindern gaben vorzeitig auf. Denn das Gewitter hatte sich zwar verzogen, doch der Regen war kaum weniger geworden und weichte weiterhin
Mensch und Tier auf Bühne wie Tribüne ein.
Doch all jene, die geblieben waren, schlossen wieder diesen unausgesprochenen Pakt zwischen sich und den Mitspielern, gemeinsam den schier unerträglichen Bedingungen zu widerstehen. Bei den Wasserspielen wurde sogar mit dem Wasser gespielt: „Euch geht‘s doch auch nicht viel besser“, meinte beispielsweise Ritter Kunz in breitem sächsisch auf den Szenenapplaus nach seinem Sturz in die Pferdeschwemme. Danke, neuer Applaus retour. Und auch Prinz Albrecht (Mechthild Scrobanita), mit stetem Traum vom weitem Meer, verwarf selbigen kurzerhand und erklärte an allen Regieanweisungen zum Trotz: „Ans Meer will ich nicht mehr, Wasser gibt‘s hier genug.“ Helle Freude auf der Tribüne.
Als die Uhr fast Mitternacht zeigte, neigte sich das Stück dem Ende. Und was machte dieser Regisseur in Sachen meteorologische Angelegenheiten? Der stellte fast punktgenau den Dauerregen ab! Letztendlich interessierte das die
gleichermaßen durchgeweichten Darsteller wie Zuschauer nur noch marginal. Dem letzten donnernden Applaus ließ mancher Mitspieler fast schon trotzig wie Kunz ein (Voll-)Bad in der Pferdeschwemme folgen, um dann zu feiern. Manche bis drei Uhr in der Frühe – und länger.
Grund genug gab es ja. Denn diese finale Staffel erreichte mit über 14 000 Besuchern des beste Ergebnis der Festspiele überhaupt. „Eine traumhafte Zahl“, wie das Prinzenraub-Büro gestern resümierte. Gerade aus diesem Grund hätte das Open-Air-Spektakel einfach einen anderen Schluss verdient
gehabt.
Quelle: Osterländer Volkszeitung / 12.07.2011
Ritter, Herzog, 100 Tauben und viele Fans
Altenburger Prinzenraub-Festspiele 2011 am Sonnabend offiziell eröffnet / Kraschwitzer wieder mit dabei
![]() |
Foto: Mario Jahn
Altenburg/Kraschwitz. „Sie sind pünktlich“, versichert Steffi Neuhaus vom Verein Dorf-Art Kraschwitz. Die Hände mehlbestäubt, rollt sie unentwegt Hefeteig für den Kraschwitzer Zuckerkuchen aus. Blech für Blech wandert in den Ofen.
In Kraschwitz wurde am Samstag wieder Kunz von Kauffungen mit seinem Gefolge erwartet. Jener Ritter, der sich 1455 gegen Kurfürst Friedrich auflehnte
und die Prinzen Ernst und Albrecht raubte. Jener Kunz, unter dessen Befehl
auch das Amtsvorwerk Kraschwitz stand.
Grund genug für die Kraschwitzer und Hans-Joachim Neuhaus, dem heutigen Hausherren des Amtsvorwerkes, diesen Ritterzug nachzustellen. Zumal in Altenburg mit den Prinzenraub-Festspielen an die legendäre Kindesentführung erinnert wird. In diesem Jahr steigt das Spektakel im Schloss vom 23. Juni bis zum 10. Juli. Ein letztes Mal. Seit Samstagnachmittag sind die Festspiele offiziell eröffnet. Auf dem Altenburger
Markt mit dabei waren auch die Ritter aus Kraschwitz.
OVZ, 20.06.2011